
| 17.12.2009 - Großkino einen Schritt näher gerückt |
Lage (wi). „Die im Rathaus bekannten Pläne und Skizzen zum Kino lassen ein attraktives Lichtspielhaus erwarten, das keine Wünsche der Kinobesucher offen lassen wird.“ Nach Überzeugung des städtischen Wirtschaftsförderers Jörg Moje ist das geplante Großkino „Filmpark Lippe“ im Gewerbegebiet Sülterheide „für die Stadt Lage ein Glückstreffer.“ Moje: „Lage wird in vielerlei Hinsicht von einem solch exzellenten Kino profitieren.“ Er erwartet vom Kino einen Impuls für weitere Vorhaben: „Die werden sich dann gegenseitig befruchten. Lage braucht sich nicht zu verstecken.“
Die das zukünftige Kino betreibende Filmpark Lippe GmbH und die Stadt Lage sind sich in den jüngsten Tagen einig geworden über den Verkauf des Baugrundstücks und die Rahmenbedingungen für das geplante Großkino. Nachdem der Rat der Stadt zuvor grünes Licht für den Verkauf gegeben hatte, sollen am kommenden Freitag, 17. Dezember, vor dem Notar die Unterschriften unter den Grundstückskaufvertrag gesetzt und damit die Pflöcke für den neuen Kino-Standort Sülterheide eingeschlagen werden. Auf einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern soll im kommenden Jahr ein modernes Kino entstehen. Die Filmpark Lippe GmbH will in das Kinoprojekt nach Angaben des zukünftigen Kinobetreibers Volker Pannenbecker rund fünf Mio. Euro investieren. Ziel sei es, so Pannenbecker, im kommenden Frühjahr mit den Bauarbeiten zu beginnen und den Betrieb des Kinos mit sechs Sälen und Platz für etwa eintausend Zuschauer im September/Oktober 2010 aufzunehmen. Vor Journalisten bedankte sich Volker Pannenbecker für die gute zielgerichtete Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. In nur wenigen Gesprächsrunden sei es gelungen, die gemeinsamen Grundlagen für das Projekt zu legen und mögliche Stolpersteine miteinander abgestimmt anzugehen. „Soweit es im Einflussbereich der Stadt Lage und deren Verwaltung liegt“, sicherte Wirtschaftsförderer Jörg Moje zu, „werden wir den ambitionierten Zeitplan Herrn Pannenbeckers unterstützen, in der frühen zweiten Jahreshälfte 2010 den Betrieb des Kinos aufzunehmen.“ Um den Betrieb eines Kinos im Gewerbegebiet Sülterheide zu ermöglichen, hatten Rat und Verwaltung jüngst beschlossen, den bestehenden Bebauungsplan anzupassen, u.a. mit der Begründung, dass die Ansiedlung des Filmparks Lippe für die Stadt einen weiteren Schritt in dem Bemühen darstelle, Lage auch zukünftig als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort auszurichten. Wie Pannenbecker erläuterte, wolle er neben konventionellen Filmen und solchen in 3D-Technik auch Live-Übertragungen von Kultur- und Sportveranstaltungen anbieten. Den Rahmen hierzu biete die Architektur des Büros GRUPPE BAU ART aus Mühlheim a. d. R. Das Planungsteam um Architekt Dipl.-Ing. Andreas Herrmann habe sich einen Namen damit erworben, Entertainment-Gebäude wie Filmtheater und Restaurants mit ausgeprägtem persönlichem Ambiente zu konzipieren und diese in kürzester Zeit zu realisieren. Die GRUPPE BAU ART könne auf Erfahrungen aus über 800 Projekten zurückgreifen. Filme und mehr Architekt Andreas Herrmann erläuterte, dass die Kinosäle „multimediatauglich“ ausgestattet würden, so dass sie auch für Firmenpräsentationen oder Kleinkunstveranstaltungen gebucht werden könnten. Die zukünftige Programmgestaltung des „Filmparks Lippe“ werde vielfältig sein sowie Jung und Alt gleichermaßen ansprechen. Vom Kinderfilm mit Brunch am Sonntag über Nachmittagsveranstaltungen mit Film, Kaffee und Kuchen bis hin zu Mottopartys am Abend werde die Palette reichen. Schulveranstaltungen, Erwachsenenbildung und eine Reihe mit besonderen Filmen seien ebenso vorgesehen wie Pre-Views und Nachtfilmreihen. Zwar liege das Kino weder im Lagenser noch im Detmolder Innenstadtbereich, doch werde man diesen „eventuellen Standortnachteil der grünen Wiese“ ausgleichen durch die oben erwähnten Kino-Begleitangebote, durch die ausreichende Anzahl kostenloser Parkplätze und durch eine geeignete ÖPNV-Verbindung. Hermann führte aus, dass er mit 200.000 bis 250.000 Kinogästen jährlich rechne. Keine lippische Kommune sei so einwohnerstark, diese Besucherzahl allein „aufzubringen“. Insofern sei der Standort zwischen Lage und Detmold kein Nachteil, sondern zeichne sich durch seine verkehrsgünstige Lage aus. Auf jeden Fall sei er schneller und weniger aufwändig zu erreichen als die Multiplex-Kinos in Bielefeld und Paderborn. Die GRUPPE BAU ART habe auch den von der Stadt Detmold ins Spiel gebrachten Kino-Standort „Hasselter Platz“ geprüft und verworfen. Seiner Überzeugung nach, so Herrmann, sei das Detmolder Grundstück zu klein für ein Großkino. Die weiteren Rahmenbedingungen, zum Beispiel der Bau einer Tiefgarage, seien so kostentreibend, dass er sich einen kostendeckenden Kinobetrieb unter diesen Voraussetzungen nicht vorstellen könne. Kuben, Foyer und Turm Architekt Andreas Herrmann erklärte zur konkreten Architektur des „Filmparks Lippe“, dass diese die großen, fensterlosen Kuben weder leugnen noch kaschieren werde. Herrmann: „Die Kinosäle werden so gezeigt, wie sie sich ergeben.“ Das Kino öffne sich nach außen mit einem Foyer mit großen Fensterflächen. Als Landmarke und sichtbares Erkennungszeichen werde ein Turm genutzt, dessen Innenraum der Technik dient. In der Wahl der Materialien der Fassade stelle sich die gleiche Konsequenz dar wie in der Gebäudestruktur: „Es gibt die Kinosäle, das lichtdurchflutete Foyer und den Turm. Die Säle sollen aus glatten, hellen Putzflächen hergestellt werden, die Foyerflächen weitestgehend aus Glas und der Turm erhält eine glänzende, changierende und metallisch wirkende Oberfläche aus Textilgewebe, das im Bedarfsfalle auch gewechselt werden kann. Wechselbare Textilgewebeflächen werden auch Bestandteil des Werbekonzepts. An der Einfahrt zum Gelände von der Daimlerstraße her bildet die große Außenleinwand für Open-Air-Kino das Entree für den Filmpark Lippe.“ Da sich bei einem Entertainment-Gebäude wie diesem ein großer Teil der Nutzung in den Abendstunden abspiele, falle der Architekturgestaltung mit Licht eine hohe Bedeutung zu. In der Nacht würden Lichtkonturen das Gebäude zu einer völlig anderen Komposition gestalten. |