
| 23.12.2009 - Grußwort der Stadt Lage zum Jahreswechsel |
| Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Thema Zeit steckt voller Geheimnisse. Jeder Mensch hat ein eigenes Zeitgefühl, eine innere persönliche Uhr und erlebt Zeitabläufe völlig unterschiedlich. Geht es Ihnen so wie mir? Das Jahr hatte doch grad begonnen und ist schon wieder vorbei. Was aber ist in diesem rasch vergangenen Jahr in Lage geschehen? Lang ist die Liste der Themen, die Rat und Verwaltung, aber auch Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, in den letzten Monaten beschäftigt haben. Daher möchte ich nur einige herausgreifen, die mir exemplarisch erscheinen. Ein Schwerpunkt für Verwaltung und Politik war die Umsetzung der umfangreichen Investitionsmaßnahmen, die durch die Förderung aus dem Konjunkturpaket zusätzlichen Schub erhalten haben. Neben dem Neubau der Grundschule Kachtenhausen und dem Schultausch der Realschule und der Hauptschule konnte dank des Einsatzes der Bundesmittel die Aula des Schulzentrums saniert werden sowie weitere Gebäudesanierungen in Angriff genommen werden. Besonderer Wert wurde hierbei auf die Umsetzung energetischer Maßnahmen gelegt. Diese Arbeiten werden sich im kommenden Jahr fortsetzen. Neben der entscheidenden Verbesserung der räumlichen Situation an den genannten Schulen hat das PPP-Projekt Schulen auch zu einer Verbesserung des Betreuungsangebotes verbunden mit einer Ausweitung der Schulsozialarbeit an den genannten Schulen geführt. Lage hat sich in Sachen „Familienfreundlichkeit“ weiter entwickelt. Neben der Stärkung des Schulstandortes konnten auch die Betreuungsangebote der Kindertagesstätten ausgeweitet werden. Die neue familienfreundliche Gebührenstaffelung und die Senkung der Gebühren für den Besuch der OGS sind neben der Einführung des Informationsangebotes FELIKS ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer familienfreundlichen Stadt. Die demografische Entwicklung ist ein weiteres Thema, dem wir uns stellen müssen, denn die Menschen werden bekanntlich immer älter, auch in Lage. Und so freuen wir uns über zwei fertig gestellte Bauprojekte für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger: das „betreute Wohnen“ an der Schlüsselburg und den Neubau der Stiftung „Diakonis“ am Allensteiner Weg. Weitere Angebote sind in Vorbereitung. Aber Wohnen allein macht eine Stadt nicht lebenswert, auch eine lebendige und attraktive Innenstadt gehört dazu. Dieser Herausforderung werden wir uns auch in 2010 zu stellen haben. Hier sind alle Beteiligten gefordert und allen ist bewusst, dass die Zeit drängt. Eng damit verbunden ist auch die Entwicklung im Gewerbegebiet Sülterheide und dem in Entstehung befindlichen Gewerbepark Bergmann in Kachtenhausen. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt war der Bereich Straßenbau. Zwar sind die beiden großen Vorhaben – Ausbau der Ortsdurchfahrt Heiden und Sanierung und Ausbau der Heidenschen Straße – Gemeinschaftsprojekte der Stadt Lage und des Landesbetriebes StraßenNRW; am Gesamtvolumen von rund 3,9 Millionen Euro ist die Stadt Lage jedoch mit einem nicht unerheblichen Anteil beteiligt. Besonders freue ich mich über die Installation weiterer Defibrillatoren im Stadtgebiet. Mit 25 der lebensrettenden Geräte wird Lage bundesweit über das dichteste Netz verfügen. Mein Dank gilt allen, die die Anschaffung dieser Geräte unterstützt haben. Zusammenfassend stelle ich fest, dass Rat und Verwaltung im ausgehenden Jahr der angespannten Finanzlage zum Trotz entscheidende Projekte zum Wohl der Stadt umsetzen oder auf den Weg bringen konnten. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich nicht nur bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in diesem Jahr teilweise unter großem Zeitdruck viel gute Arbeit geleistet haben, sondern auch bei den politisch Verantwortlichen unserer Stadt, die zu einem großen Teil bereit waren, objektiv und sachlich die weitere Entwicklung unserer Stadt voranzutreiben. Nach der Kommunalwahl im August hat der neugewählte Rat seine Arbeit aufgenommen. Viele neue Ratsmitglieder werden gemeinsam mit den erfahrenen Kommunalpolitikern vor schwierigen Aufgaben stehen, denn einige Projekte werden uns auch in 2010 weiter beschäftigen. Ich denke hier an die Entwicklung auf dem Schulsektor, den Dauerbrenner „Umgehungsstraßen“, die Entwicklung im Umfeld des Bahnhofs und die bereits angesprochene Innenstadtentwicklung. Leider werden die überaus schwierigen Kommunalfinanzen unseren Handlungsspielraum bestimmen, und vieles, was wünschenswert ist, wird einer kritischen Betrachtung unterzogen werden müssen. Aber wir wollen nicht vergessen, dass auch an Weihnachten viele Menschen Einsamkeit und Not leiden. Es sind Menschen, die keine Arbeit haben, die krank sind, sich um Angehörige sorgen oder allein sind. Ihnen gilt unsere besondere Anteilnahme. Und mein Dank gilt jenen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die auch an den Festtagen für andere da sind. Liebe Lagenserinnen und Lagenser, Weihnachten ist das Fest der Familien, der Freude und Besinnlichkeit, Menschen rücken eng zusammen, erleben an den Festtagen in besonderer Weise den Wert menschlicher Nähe und gemeinschaftlichen Zusammenhalts. Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich schon im Alltag leben. Indem man hinschaut und Hilfe holt, wenn andere Menschen in Not sind oder bedroht werden. Indem man Rücksicht nimmt auf ältere Menschen und auf Kinder. Indem man freundlich und hilfsbereit ist gegenüber Menschen, die fremd sind in unserer Stadt. Solidarischer Zusammenhalt macht Lage zu einer lebenswerten Stadt. Hier kann Jeder einen Beitrag leisten, täglich neu und kostenfrei. Persönlich wünsche ich Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, eine besinnliche und friedliche Weihnacht im Kreise Ihrer Lieben und Freunde. Schöpfen wir gemeinsam Kraft für die Aufgaben im neuen Jahr. Jean Anouilh sagte dazu: „Dinge sind nie so, wie sie sind, sie sind immer das, was man aus ihnen macht „ Ihr Christian Liebrecht Bürgermeister |