
| 23.12.2009 - Gestaltung der Schullandschaft Jamaika-Koalition: Gesamtsc |
| Lage (wi). Die Fraktionen von CDU, Grünen und FDP haben auf der jüngsten Ratssitzung drei Anträge eingebracht, die die zukünftige Schullandschaft der Zuckerstadt betreffen und gleichzeitig haushaltsrelevant sind bzw. finanzielle Auswirkungen haben. Beantragt wurden 1. der Bau einer neuen Toilettenanlage für die Grundschule Lage (Sedanplatz), 2. die Einrichtung einer Gesamtschule (unter dem Vorbehalt der Bestandssicherung des Gymnasiums) sowie 3. die Sanierung der Grundschule Billinghausen.
Die Problematik der außenliegenden Toilettenanlagen der Grundschule Lage sei bekannt und mehrfach diskutiert worden, führten die drei Fraktionsvorsitzenden Louis-Dieter Hempelmann (CDU), Jürgen Rosenow (Grüne) und Martina Hannen (FDP) in einem Pressegespräch vor Antragseinbringung aus. Die Elternschaft, die Schulpflegschaft, das Lehrerkollegium und die Schulleitung der Grundschule hätten mit Aktionen und Unterschriftenlisten auf die derzeitige, „unhaltbare Situation“ hingewiesen (der Postillon berichtete). Die Lösung sei ein Anbau an das Grundschulgebäude im Eingangsbereich zwischen den beiden Gebäudeflügeln. Der Anbau sollte „zeitgemäße und für Grundschulkinder gerechte Toiletten“ aufweisen. Außerdem sollte der Anbau den Eingangsbereich der Schule aufwerten und behindertengerecht ausgeführt werden. Mittel zur Planung und Durchführung dieser Maßnahme sollen im Haushaltsplan zur Verfügung gestellt werden, damit das Bauamt oder ein Architekturbüro aktiv werden kann und diese Baumaßnahme 2010 abgeschlossen wird. Gesamtschule Hinsichtlich der Einrichtung einer Gesamtschule formulieren Hempelmann, Rosenow und Hannen als Ziel: „Wir streben die Einrichtung einer integrierten Gesamtschule an, sofern ein eindeutiges Votum der Elternschaft bei der entsprechenden Befragung vorliegt. Ein zukunftsweisendes Konzept für die neue Schule ist zu erstellen. Das Gymnasium soll erhalten werden. Die Gesamtschule wird als Ganztagsschule konzipiert, um dem Anspruch auf Chancengleichheit besser entsprechen zu können. Zudem sollte eine solche Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein geeigneter Raum zur Förderung des sozialen Miteinanders sein.“ Hinsichtlich der Umsetzung heißt es im Antrag: „Die Stadt Lage führt im Schuljahr 2009/10 eine Elternbefragung (Landesverordnung über die integrierten Gesamtschulen §1 Abs.2) an den Grundschulen in Lage durch, so dass die Auswertung zum Ende des Schuljahres vorliegt. Ziel dieser Befragung ist es, festzustellen, ob der Wille der Eltern und die Zahl der voraussichtlich angemeldeten Schüler und Schülerinnen die Errichtung einer integrierten Gesamtschule in Lage rechtfertigt.“ Sollte durch diese Befragung der Bedarf für eine integrierte Gesamtschule festgestellt werden, also die vorgegebenen Mindestzahlen erreicht worden sein, solle die Stadt Lage bei der Schulaufsichtsbehörde einen Antrag stellen auf Errichtung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2011/12. Sollte ein solcher Antrag positiv entschieden werden, sollte zum frühestmöglichen Zeitpunkt die integrierte Gesamtschule ihren Betrieb aufnehmen. Billinghausen Die Fraktionen von CDU, Grünen und FDP beantragen den Neubau bzw. die Sanierung der Grundschule Billinghausen im Passivhausstandard. Die drei Fraktionsvorsitzenden: „Wir wollen die Grundschule Billinghausen am jetzigen Standort erhalten. Ein Neubau oder mindestens umfangreiche Sanierungsmaßnahmen sind erforderlich. Ziel ist das Erreichen des Passivhausstandards.“ Falls dies auf Grund der Unzugänglichkeit einzelner Bauteile (z. B. Bodenplatte) nicht möglich sein sollte, sei alternativ ein Standard 30% besser als nach der Energieeinspar-Verordnung 2009 als Ziel anzustreben. Die Untersuchung des Gebäudebestandes zur Klärung der Frage, ob eine Sanierung des Gebäudes möglich und wirtschaftlich ist, soll im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden. Bis Mitte 2010 soll entschieden werden, ob eine Planung für eine Sanierung des Gebäudebestandes oder für einen Neubau nach Passivhausstandard erfolgen kann. Die Umsetzung der Planungen hänge allerdings auch von der weiteren Entwicklung der Anmeldezahlen ab. Für das kommende Schuljahr liegen Anmeldungen für 18 Kinder vor. Diese Zahl ist für eine Bestandssicherung der Grundschule Billinghausen zu gering. In eine Aufgabe des Grundschulstandortes Billinghausen wegen zu geringer Anmeldezahlen möchten Louis-Dieter Hempelmann, Jürgen Rosenow und Martina Hannen nur ungern einwilligen müssen. Martina Hannen: „Eine ortsnahe Beschulung und kleine Klassen sind vorteilhaft für die Kinder. Grundschulen sollten in der Regel für die allermeisten Kinder zu Fuß erreichbar sein.“ |