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14.01.2010 -  Wilhelmsburg wird Asia-Restaurant  
 Wilhelmsburg wird Asia-Restaurant
Lage (wi). Die Wilhelmsburg ist verkauft. Wie Meinolf Körner vom Spezialimmobilien-Management der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold gegenüber dem Postillon bestätigte, habe bei einem öffentlichen Zwangsversteigerungstermin beim Amtsgericht Detmold am Montag, 11. Januar, der aus China stammende und zur Zeit auf Mallorca lebende Gas­tronom Jiangfeng Chen für 270.000 Euro den Zuschlag für die Gesamtliegenschaft Wilhelmsburg (ohne ein links an den Gebäudekomplex angebautes Wohnhaus) erhalten. Chen will nach eigenen Worten nach einer Renovierung die Wilhelmsburg im kommenden Herbst als Asia-Restaurant eröffnen.
Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold war Haupt-, aber nicht Alleingläubigerbank der Wilhelmsburg. Mit dem erzielten Versteigerungspreis von 270.000 Euro, der in etwa 70 Prozent des gutachterlich festgestellten Verkehrswertes entspreche, müsse man „im Rahmen der gegeben Möglichkeiten zufrieden sein“, kommentierte Meinolf Körner das Versteigerungsergebnis gegenüber dem Postillon. Es sei nicht selbstverständlich, dass beim ersten Versteigerungstermin mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 50 Prozent des Verkehrswertes erzielt würden.
Im Immobilienbewertungsgutachten, erstellt von einer öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, war der Verkehrswert der Immobilie unter Berücksichtigung aller Faktoren auf 383.900 Euro taxiert worden. Darin waren 20.000 Euro für Inventar enthalten. Für 270.000 Euro, also etwa 70 Prozent des gutachterlichen Verkehrswerts, hatte die Volksbank die Wilhelmsburg als „Hotel-Res­taurant-Projekt für Fachleute“ in einem Immobilien-Internetportal angeboten, jedoch bis zum Versteigerungstermin keinen Käufer gefunden.
Die Gastraumfläche der Wilhelmsburg umfasst 900 Quadratmeter, die Grundstücksfläche 6.513 Quadratmeter.
Der Restaurant-Bereich besteht aus dem Burgcafé (ca. 50 Plätze plus 70 Plätze Außengastronomie), den eigentlichen Restaurant-Räumen (ca. 62 Plätze plus 40 Plätze Außengas­tronomie) und dem über 500 Quadratmeter großen Saal mit ca. 250 Plätzen im ersten Obergeschoss.
Das Hotel verfügt über sechs Doppelzimmer und eine Hochzeitssuite, alle mit Dusche / WC bzw. Bad / WC. Das 1½- bis 2½-geschossige Gebäude mit dem charakteristischen 4-geschossigen Turm ist nicht unterkellert.
Ursprungsbaujahr des von Wilhelm Borsdorf erbauten und deshalb Wilhelmsburg genannten Traditionslokals ist 1892.
Über die Jahrzehnte erfolgten ca. zehn Um- und Erweiterungsbauten. Neben dem Hauptgebäude gibt es im hinteren Bereich Nebengebäude, die teilweise baufällig sind.
Kurt Liebrecht hatte die Wilhelmsburg im Jahr 1995 erworben und sie anschließend verpachtet. In den Folgejahren habe er „Geldmittel in Millionenhöhe“ in die Wilhelmsburg investiert, führte Lie­brecht gegenüber dem Postillon am 10. Mai 2006 aus, als er bekannt gab, dass er die Wilhelmsburg zum 1. Juli 2006 an den Gastronomen Michael Schmerder verkaufen werde. Schmerder nahm nach dem Erwerb der Wilhelmsburg den Betrieb des Restaurants und des Burgcafés im folgenden August auf und kündigte an, die Wilhelmsburg „aus dem Dornröschenschlaf wecken“ und sie zu einem namhaften Hotel-Restaurant entwickeln zu wollen.
Dazu kam es jedoch nicht: Im Dezember 2007 nahm sich Schmerder das Leben.
In der Folgezeit stand das Gebäude leer und verschiedene Nutzungen wurden (presse-) öffentlich diskutiert - von Seniorenheim bis Swinger-Club. Jetzt kommt ein China-Restaurant.

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