
| 14.01.2010 - Mit Spaß an der Freud‘ in die Session |
Lage-Kachtenhausen (wi). „Was für eine Stimmung hier im Saal!“ Joachim Mattern, Elferratspräsident der Karnevalabteilung des MGV „Frohsinn“ Kachtenhausen, fand die treffenden Worte, um die Partylaune während der „Frohsinn“-Prunksitzung am Samstagabend, 9. Januar, im Landgasthaus Niemann zu beschreiben. Kaum hatte die Band „Headline“ aus dem Sauerland bei ihrem Premierenauftritt am Haferbach die ersten Lieder gespielt und gerade waren Thorsten I. (Reese) sowie Tanja I. (Weeda) als neue Haferbach-Tollitäten proklamiert worden, da hielt es das Publikum nicht länger auf den Stühlen: Es schunkelte und klatschte bei den folgenden Liedern im Takt mit und feierte die Büttenvorträge mit viel Beifall.
Erster Höhepunkt des närrischen Abends war die Proklamation des neuen Prinzenpaares. Riesiger Applaus brandete im Saal auf, als Präsident Mattern als neues Prinzenpaar Thorsten I. („Prinz XXL“) sowie Tanja I. (im wunderschönen Ballkleid) ausrief. Mattern dankte auch den Vorgängern, Thilo I. (Janz) und Marie I. (Hey), für deren Regentschaft. Es habe Spaß gemacht, mit Thilo und Marie zu feiern, anerkannte Präsident Mattern deren närrische Amtszeit. Stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Fieke händigte dem Prinzen den Rathausschlüssel aus und bekannte dabei, dass dies ihr erster Auftritt auf einer närrischen Bühne sei, obwohl sie aus dem karnevalerprobten Münsterland stamme. Frau Fieke gratulierte bei der Schlüsselübergabe den Frohsinn-Karnevalisten, dass ihre Prunksitzung mittlerweile Kultstatus genieße und der Elferrat Jahr um Jahr ein kurzweiliges Programm auf die Bühne stelle. Der Schlüsselübergabe folgte der Auftritt der Prinzengarde „Rot-Weiß“ unter dem Kommando ihres neuen Majors André Schmiedeskamp (für Manfred Sorge): Mit Gardehelm, Holzgewehr und roten „Ackerpumps“ folgten die Gardisten gewohnt zackig den Kommandos des neuen Chefs. Als die Holzgewehre („Klamüs“) vollkommen synchron auf die Bühnenbretter knallten, belohnte das Publikum den kultigen Auftritt mit lang anhaltendem Applaus. Als Neuerung hatte sich Major Schmiedeskamp den Auftritt von zwei (statt einem) Tanzpaar einfallen lassen. Sehr sportlich präsentierten sich dabei Kira-Desiree Stölting und Marcel Beermann, die vor Jahresfrist erstmals aufgetreten waren, sowie Viktoria Gössling und Emanuel Götemann als zweites Tanzpaar,. Ebenfalls eine Neuerung waren die beiden Hellebardenträger Karl-Heinz Weckner und Wolfgang Pook, die das Prinzenpaar beim Einmarsch eskortierten und dann den Thron „bewachten“. Beim Auftritt der „MGV Flippers“ brannte das Parkett. Als das Trio „Möppel“ Franz Fischer, Günter Parschau und Volker Hansmann (ihre „Vornamen“ stehen für MGV) ein Hit-Potpourri der berühmten Vorbilder anstimmte, enterten einige Damen mit Rosen die Bühne, um ihren Stars nahe zu sein. Wie im richtigen Leben … Als karnevalistische Profis bescherten die Büttenredner Rudi Grevesmühl und Alois Sentker dem Publikum einen Lacher nach dem anderen. Das Urgestein Grevesmühl, der in früheren Jahren schon einmal am Haferbach gastiert hatte, beklagte sich zum Beispiel: „Vor Jahren habe ich ein Schneeflöckchen geheiratet, jetzt habe ich eine Lawine.“ Verdienten Beifall gab es zudem für das Haferbach-Ballett unter der Leitung von Melanie Reese, die „Tiller-Girls“, den Fanfarenzug Blomberg und den Drummer Florian Winter, der am elektronischen Schlagzeug brillierte. Dank für Einsatz Eine besondere Danksagung wurde Präsident Joachim Mattern zuteil, der vor zehn Jahren in der Nachfolge von Helmut Krause (25 Jahre Präsident) erstmals eine Haferbach-Prunksitzung (die erste des neuen Jahrtausends) geleitet hatte: Die Prinzengarde „Rot-Weiß“ dankte ihm und seiner am jetzigen Sitzungstag Geburtstag feiernden Frau Gabi für den während der vergangenen zehn Jahre nie nachgelassenen Einsatz für den Haferbach-Karneval. Mattern, der vor einem Jahrzehnt (nach der Strommarktliberalisierung), anspielend auf die Farbe seines gelben Sakkos und auf eine damals wie heute recht populäre Stromwerbung, dem Publikum versichert hatte, er wolle den Gästen keinen Strom verkaufen, bekannte jetzt, dass er vor seiner Premierensitzung gehörig Lampenfieber gehabt habe. Er habe sich aber selbst Mut gemacht und sich gesehen als „kleiner Mann mit gelber Jacke und ziemlich großer Klappe“. |