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11.02.2010 -  3.580 Euro für den Kinderschutzbund  
 3.580 Euro für den Kinderschutzbund
Lage (wi). „Der Kinderschutzbund benötigt jährlich etwa 16.500 Euro an Zuwendungen, zum Beispiel in Form von Spenden, um seine Arbeit leisten zu können, insbesondere in der Spiel- und Lernstube Lemgoer Straße.“ Für Jutta Ehlebracht-Krause, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Lage, war es wegen der Spendenbedürftigkeit des Kinderschutzbundes eine besondere Freude, in der vergangenen Woche gleich mehreren Spendern danken zu können, die dem Verein insgesamt 3.580 Euro zur Verfügung stellten.
Persönlich bedankte sich die Kinderschutzbundvorsitzende bei Goldschmiedemeisterin Ulrike Springer und Thorsten Kahre (Sparkasse in Lage) sowie bei den Grünen-Fraktionsmitgliedern Jürgen Rosenow und Dr. Hans C. Jacobs für deren Spenden, resultierend aus Goldschmiedeleistungen gegen Spende, einer Einzelspende der Sparkasse und gespendeten Sitzungsgeldern. Außerdem dankte Frau Ehlebracht-Krause den beiden Apothekern Dr. Karsten Stolz und Dr. Lars Ruwisch, die ihre auf dem Wellnessmarkt 2009 erzielten Einnahmen dem Kinderschutzbund zur Verfügung gestellt hatten.
Frau Ehlebracht-Krause führte aus, dass die in der Spiel- und Lernstube Lemgoer Straße geleistete umfangreiche und vielseitige Kinderschutzbundarbeit unerlässlich sei, um die Chancen der bis zu 40 in der Einrichtung betreuten Kinder auf gesellschaftliche Integration zu erhöhen und deren mögliches Abrutschen in eine Perspektivlosigkeit zu vermeiden. Die Kinder - oft mit Migrationshintergrund - entstammten in der Regel einem sozial schwachen Umfeld. Qualifizierte Kinderschutzbund-Mitarbeiterinnen betreuten die Kinder bei der Hausaufgabenerledigung und böten zusätzlich pädagogisch sinnvolle Freizeitangebote an: Koch- und Fahrradreparaturkurse, Schwimmen, Tanzen und Musikangebote in Zusammenarbeit mit der Musikschule. Frau Ehlebracht-Krause erläuterte den Spendern: „Jede Spende ist uns sehr willkommen, denn wir sind auf eine zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen.“ Trotz bester Bemühungen sei es dem Kinderschutzbund im vergangenen Jahr nicht gelungen, das für 2009 eingeplante Sp
enden-Soll zu erzielen.

Kostensenkungsprogramm
Spiel- und Lernstubenleiterin Gisela Möller ergänzte, dass sie eine individuelle Förderung einzelner Kinder für notwendig erachte: „Das Angebot der Offenen Ganztagsgrundschule greift nicht bei uns. Unser Klientel benötigt Einzelbetreuung.“
Damit erinnerte Gisela Möller implizit an das am 12. Januar 2006 im Hauptausschuss vom Bürgermeister vorgestellte und am 16. März 2006 vom Rat beschlossene „Kostensenkungsprogramm 2006 bis 2010“. Damals war beschlossen worden, dass die Stadt ihren bis Ende 2005 gewährten Zuschuss von jährlich 105.000 Euro für die beiden Kinderschutzbund-Spiel- und Lernstuben Hasselstraße (mittlerweile geschlossen) und Lemgoer Straße stufenweise verringere. Der Beschluss beinhaltete, dass im Jahr 2010 kein Zuschuss mehr gezahlt werden solle. Seinen Fünf-Jahres-Plan hatte der Bürgermeister bei der Präsentation im Hauptausschuss u.a. mit den Worten erläutert: „Wir können das parallele Nebeneinander von Offener Ganztags(grund)schule und Spiel- und Lernstuben nicht mehr gewährleis­ten.“
Bei der beschlussfassenden Ratssitzung am 16. März 2006 meldete die Grünen-Ratsfrau Hildegard Hempelmann hinsichtlich der Reduzierung der Zuschusszahlungen an den Kinderschutzbund Vorbehalte ihrer Fraktion an.

„Das Orakel“ von Rosenow
Deshalb und weil der CDU-Ratsherr Friedrich Schnüll wegen seines damaligen Kinderschutzbund-Vorsitzes als befangen galt, wurde die Kürzung des Kinderschutzbund-Zuschusses vom allgemeinen Kostensenkungsprogramm getrennt und einer gesonderten Abstimmung unterworfen. Das damalige Ergebnis: 33 Ja-Stimmen (für die Kürzung), 2 Nein-Stimmen, eine Enthaltung, ein Ratsmitglied im Zuschauerraum (Friedrich Schnüll). Zwei Ratsmitglieder hatten in der Sitzung entschuldigt gefehlt. Eines davon war Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rosenow, der jetzt der Kinderschutzbund-Vorsitzenden „grüne“ Sitzungsgelder als Spende überreichte.
Bei der jetzigen Spendenübergabe sagte Jürgen Rosenow hinsichtlich der Finanzsituation des Kinderschutzbundes: „Der Status quo muss erhalten bleiben.“ Dabei ließ Rosenow offen, was er mit diesem Satz präzise zum Ausdruck bringen wollte: städtische Zuschüsse für den Kinderschutzbund im Jahr 2010 auf Höhe des Niveaus des Jahres 2009 oder keinerlei städtische Zuschüsse mehr, wie am 16. März 2006 beschlossen?

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