Ausstellung: „House of Generations“

Ausstellung: „House of Generations“ Studierendenentwürfe zum Mehrgenerationenwohnen im Ziegeleimuseum

Lage. Zwölf Architekturstudenten der Technischen Hochschule OWL bzw. der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur zeigen zur Zeit im Industriemuseum Ziegelei Lage von ihnen entworfene Wohnkonzepte. Die Entwürfe und Modelle werden in einer Ausstellung im
his­torischen Ringofen des Ziegeleimuseums noch bis zum 28. Juni 2020 gezeigt. Die Arbeiten entstanden im 5. Semester der jungen Leute am Lehrstuhl „Gebäudelehre und Entwerfen“, den Prof. Dipl.-Ing. Tillmann Wagner innehat.
Zum Hintergrund: Die sich verändernden Gesellschaftsstrukturen mit zunehmenden Einzelhaushalten stellen die Frage nach Orten und Formen des Gemeinsamen in Wohnkonzepten neu. In Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft „Bielefelder Gesellschaft für Wohnen - BGW“ und dem Ziegeleimuseum Lage haben Architekturstudierende der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur Wohnkonzepte für ein Quartier in Bielefeld-Altenhagen entworfen, in denen der starre Wohnungsschlüssel bzw. die klassische Mietwohnungsarchitektur (zum Beispiel: 3 Zimmer, Küche, Bad) aufgebrochen wurde.
Prof. Wagner: „Die Aufgabenstellung sah vor, öffentliche Bereiche in das Wohnen zu integrieren. Auch ging es darum, gemeinsame Wohnzimmer sowie Ess- und Kochbereiche für mehrere Wohnungen zu entwerfen.“
Das Konzept des sogenannten „Bielefelder Modells“, selbstbestimmtes Wohnen bis ins Alter zu ermöglichen, werde durch die Komprimierung der Privaträume zugunsten von Orten des Gemeinsamen und durch die Integration von Tagespflege neu interpretiert.
Museumsleiter Willi Kulke erläuterte, dass das „Bielefelder Modell“ der BGW und in ähnlicher Form das „Lebensgerechte Wohnen“ der Bielefelder Baugenossenschaft „Freie Scholle“ sich zum Ziel gesetzt hätten, in den jeweiligen BGW- und Freie-Scholle-Siedlungen Rahmenbedingungen schaffen, die den Bewohnern ein gutes nachbarschaftliches Miteinander ermöglichen und bestehende nachbarschaftliche Strukturen stärken. Beide Wohnmodelle gingen vom Wunsch der Bewohner aus, in der vertrauten Wohnumgebung alt werden zu können und nicht allein aufgrund von Krankheit oder wegen abnehmender körperlicher Fähigkeiten umziehen zu müssen. Den Studenten sei die Aufgabe gestellt worden, diese Grundideen eines „lebensgerechten und selbstbestimmten Wohnens“ in moderne Wohnkonzepte einfließen zu lassen.“
In Workshops im Ziegeleimuseum haben die Studierenden zum Thema „Masse und Licht“ einerseits im Maßstab 1:1 mit dem Leitmaterial Ziegel experimentiert (Gestaltung eines einzigen Ziegelsteins) und andererseits architektonische „Rolling Stones“ konstruiert (Zusammenfügen von etwa 100 Ziegelsteinen auf einem Rollbrett zu einem „Hausentwurf“). Der dritte Aufgabenteil bestand darin, Häuser für das eingangs erwähnte Stadtviertel in Bielefeld-Altenhagen zu entwerfen.

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