Fußball-Klein-Spielfeld am Schulzentrum Werreanger

Fußball-Klein-Spielfeld am Schulzentrum Werreanger 86.000 Euro: Stadt und Europäische Union finanzieren gemeinsam den „Outdoor Soccer-Court“

Lage. Um das Sport- und Freizeitangebot insbesondere für Kinder und Jugendliche im Bereich des Schul- und Sportzentrums Werreanger zu ergänzen, wird dort ein sogenannter „Outdoor Soccer-Court“ (Fußball-Spielfeld für draußen) in der Größe 20 x 13 Meter errichtet. Mit den vorbereitenden Arbeiten für das insgesamt rund 86.000 Euro umfassende Projekt kann jetzt begonnen werden. Die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke erfolgen zeitnah, so dass möglicherweise schon im Herbst erste Aufträge vergeben werden.
Die Europäische Union (EU) fördert aus Mitteln des sogenannten „LEADER-Programms“ das Fußball-Spielfeld mit 65 Prozent der Gesamtkosten. Niels Hartmann, Planungsdezernent der Bezirksregierung Detmold, hatte deshalb einen Förderbescheid in Höhe von 55.638,18 Euro für das LEA­DER-Projekt „Soccer Court am Schulzentrum Werreanger“ zu einem Ortstermin in Lage mitgebracht. Den restlichen Anteil von etwas mehr als 30.000 Euro übernimmt die Stadt Lage. Bei einem Soccer-Court handelt es sich um ein Kleinspielfeld auf festem Untergrund, das umlaufend mit Banden und Netzen umgeben ist.
Das Spielfeld zwischen Aufgang zum Hallenbad und Bloqx-Spielgerät wird mit strapazierfähigem Kunststoffboden gebaut und mit einer angemessenen Beleuchtung ausgestattet werden. Als Ergänzung sind fest installierte Sitzmöglichkeiten sowie eine passende Gestaltung des Umfeldes geplant. Die Sitzelemente und weitere Gestaltungselemente sollen mit Jugendlichen gemeinsam entworfen und gebaut werden.
„Ein Soccer-Court stand auf der Wunschliste der Jugendlichen von Anfang an ganz oben“, berichtete Margarete Wißmann von der Stabsstelle Umwelt der Stadt Lage und dort zuständig für die städtischen Spielplätze. Das Projekt werde seit dem LEADER-Auftaktprozess vom Jugend-Mitwirkungs-Forum Lage (JMF) befürwortet und unterstützt. 2016 initiierte das JMF eine Veranstaltung zum Austausch zwischen Jugend und Politik. Es wurde deutlich: Die Jugendlichen wünschen sich mehr Sport- und Freizeitangebote zur freien Nutzung. Diesem Wunsch kommt das Soccer-Field nach. Durch das Angebot und die aktive Beteiligung wird die Förderung des Miteinanders, der sozialen und handwerklichen Kompetenzen sowie die Identifikation und Mitverantwortung Jugendlicher unterstützt.

Nachhaltige
Regionalentwicklung
LEADER ist ein Förderprogramm der EU zur Stärkung des ländlichen Raumes, welches integriert ist in den „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes“ (ELER). Ziel des Programmes ist es, eine eigenständige und nachhaltige Regionalentwicklung in den ländlichen Regionen Europas zu unterstützen sowie Kooperationen und Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Lebensraums, der ländlichen Wirtschaft und der Lebensqualität zu fördern.
LEADER betont die Eigenverantwortung und das bürgerschaftliche Engagement für die eigene Region. In den LEADER-Regionen können die Menschen vor Ort Prozesse mitgestalten und damit zur Erhöhung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts im ländlichen Raum sorgen. Entscheidungsgremien und damit Motor der regionalen Entwicklung sind die Lokalen Aktionsgruppen (LAG), in denen öffentliche und private Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Sie entscheiden auf Grundlage der in Lokalen Entwicklungsstrategien erarbeiteten Handlungsfelder und Entwicklungsziele darüber, welche Projekte aus dem LEADER-Budget umgesetzt werden sollen.

2,7 Mio. Euro Fördermittel
Der aus den drei Kommunen Lage, Lemgo und Leopoldshöhe bestehende Verbund „3L-in-Lippe“ hatte sich vor einiger Zeit um LEA­DER-Fördermittel bemüht. Im Mai 2015 teilte die NRW-Landesregierung mit, dass auf den Verbund „3L-in-Lippe“ insgesamt 2,7 Mio. Euro entfallen, die ihrerseits den drei Kommunen abhängig von der Einwohnerzahl zustehen.
Susanne Weishaupt, LEADER-Regionalmanagerin von „3L-in-Lippe“ und Geschäftsführerin der „Lokalen Aktionsgruppe“ (LAG), bekräftigte beim jetzigen Ortstermin, dass mit der offiziellen Übergabe des Förderbescheides alle Voraussetzungen vorlägen, um auf dem Gelände des Schul- und Sportzentrums Werreanger das gewünschte offene Sportangebot für Kinder und Jugendliche zu schaffen.
Frank Rayczik, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung der Stadt Lage und Vertreter Lages in der LAG, erklärte, dass die LEADER-Region „3L-in-Lippe“ einen etwas längeren Entstehungs- und Entwicklungsprozess zu absolvieren hatte. Nunmehr sei ein tolles Projekte für Lage positiv beschieden worden. Mit dem Soccer-Court befinde sich das erste Lagenser Projekt in der EU-Bewilligung.

Bürgerpark Eichenallee
Ein weiteres Projekt, für das im Lagenser Rathaus der EU-Förderbescheid nahezu täglich erwartet wird, ist der „Bürgerpark Eichenallee“. Hier soll eine integrative und inklusive Stadtentwicklung durch die Umgestaltung des alten Sportplatzes Jahnplatz an der Eichenallee zu einer multifunktionalen Begegnungs-, Sport- und Freizeitstätte gefördert werden. Das Projekt wurde am 5. Juli 2018 durch die LAG beschlossen. Die erwartete Leader-Förderung beträgt 250.000 Euro.
Der Stadtrat hatte im Juli 2017 die Umgestaltung des Jahnplatzes zu einer multifunktionalen Sport- und Freizeitstätte beschlossen. Da der vorhandene 60 mal 105 Meter große Tennenplatz mit der ihn umgebenden Aschelaufbahn sanierungsbedürftig und nicht mehr zeitgemäß ist, wurde ein Entwurf erarbeitet, welcher weiterhin die Nutzung der Fläche sowohl für den Vereins- und Schulsport als auch für die private Freizeit ermöglicht. Hierbei soll das Angebot vielfältig und generationenübergreifend ausgerichtet werden.
Das Gestaltungskonzept sieht eine Zweiteilung des Platzes vor. Mittig gelegen führt ein Fußweg (mit Baumallee) von der Eichenallee direkt auf den Haupteingang der Turnhalle zu, wodurch das his­torische Gebäude städtebaulich betont wird. Nördlich dieses Fußweges in Richtung Eisenbahnstrecke werden die Sport- und Spielanlagen und somit die lärmintensiveren Nutzungen geplant. Vorgesehen sind hier u.a. ein Kunst­rasen-Fußball-Klein­spiel­feld (35 x 55 Meter), ein Basketballfeld (16 x 28 Meter), Sportanlagen für Leichtathletik, eine Boule­bahn und eine multifunktionale Spiel- und Sportfläche.
Die Fläche südlich des Weges wird umfunktioniert zum (allerdings nicht förderfähigen) Wohnmobilstellplatz.
Umgeben wird dieser Bereich von einer gestalteten Grünfläche, die - ausgestattet mit Spielgeräten und Sitzgelegenheiten - auch als Spielplatz und zum Verweilen dient. Der bestehende Parkplatz südlich der Sporthalle am Jahnplatz wird mit einer wassergebundenen Decke erneuert.

Repair-Café
Ein drittes Projekt, das von der LAG beschlossen wurde, ist ein „Repair-Café“ als Beitrag zu einer inklusiven Stadtentwicklung. Mit dem Umbau einer alten Schmiede zu einem Repair-Café will die evangelisch-methodistische Kirchengemeinde Lage einen Ort schaffen, wo sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen begegnen und durch das Reparieren von Gegenständen verbinden können.
Im Repair-Café sollen alle interessierten Bevölkerungsgruppen, auch Jugendliche, Menschen mit Beeinträchtigungen oder geflüchtete Menschen, gemeinsam eigene Kreativität und soziale Gemeinschaft erleben und umsetzen. Auf diese Weise bietet das Repair-Café die Chance, ein Ort der Vernetzung und Vorbild für andere Projekte in der Region zu sein. Die Grundgedanken des Projektes verbinden die Themen Kreislaufwirtschaft, Reform des Konsumverhaltens sowie gelebte Inklusion. Hier beträgt die erwartete Leader-Förderung 71.500 Euro.

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